Nordkap Tour mit Mercedes-Benz Feuerwehrmobil

Wie Vater und Sohn im Feuerwehrmobil Skandinavien erobern

Einmal Nordkap und zurück

Erst war es ein Traum, dann kam eines zum anderen und schließlich saßen Max und Markus Ott in ihrem selbstumgebauten Feuerwehrauto und nahmen an der Nordkap-Rallye teil. Ein Abenteuer, dem sich Vater und Sohn mit Freude, aber auch mit jeder Menge Respekt gestellt haben. Doch der Reihe nach.

Da ist zunächst der 17-jährige Max, Auszubildender zur Fachkraft für Lagerlogistik bei Kunzmann. Dass er ein Faible für Fahrzeuge hat, brauchen wir hier nicht zu erwähnen. Schließlich hat er sich ganz bewusst für eine Ausbildung bei Kunzmann entschieden. Nicht allein wegen des guten Rufs des Autohauses als Arbeitgeber, auch „wegen der großen Gefährte“, denen er hier endlich näher kommen kann. Dass er schon als Kind davon geträumt hat, irgendwann einmal mit einem großen Gefährt auf Reisen zu gehen, liegt vielleicht ein wenig an seinem Vater Markus. Der nämlich spricht schon seit langem davon, mit einem umgebauten Fahrzeug auf Tour zu gehen – von seiner Begeisterung für dieses Projekt ließ sich Max schließlich anstecken.

Die Impulse

Im Juni 2017 erstand Markus Ott durch einen Zufall ein altes, nicht mehr ganz taufrisches Feuerwehrauto von Mercedes-Benz, das er umgehend zum Umbauprojekt erklärte. Drei Monate später las er dann in den Sozialen Medien von der Nordkap-Tour. Da war also das Projekt Feuerwehrmobil auf der einen Seite und die Option, 7.500 Kilometer durch Skandinavien zu reisen, auf der anderen. Das passte für Markus Ott ziemlich gut zusammen. Und erst recht für seinen Sohn Max, der aufgrund der Rahmenbedingungen wenig später tatsächlich zum Co-Piloten avancierte – und nicht etwa seine Mutter, die ursprünglich für diesen „Posten“ angedacht war.

Der Umbau

Aus den anfänglich entspannten Umbaumaßnahmen des Sterns wurde von diesem Moment an ein Wettlauf mit der Zeit. Schließlich sollte „Jupiter“, wie Familie Ott ihr Feuerwehrmobil liebevoll nennt, rechtzeitig zur Rallye fertig werden. Doch worauf galt es da eigentlich zu achten? „Wir wollten die Grundsubstanz des Fahrzeugs nicht verändern, darum haben wir die Um- und Ausbauten der vorhandenen Struktur angepasst und auch die meisten Teile wiederverwendet. Die Fächer beispielsweise, in denen ursprünglich die Schläuche untergebracht waren, nutzen wir heute als Stauraum für Wasser und Lebensmittel“, erklärt Markus Ott. „Wichtig ist natürlich auch, dass bei einem solchen Umbau alle TÜV-relevanten Dinge beachtet werden.“

Die Planung

Dass im Vorfeld eines solchen Abenteuers einiges zu planen und organisieren ist, kann man sich denken. So standen unzählige Punkte im Raum, die Markus und Max Ott sukzessive abarbeiten mussten. Das fing bei der Lebensmittelbevorratung für 16 Tage an und hörte bei der Frage nach der Treibstoffversorgung oder geeigneten Dusch-, Koch- und Übernachtungsmöglichkeiten längst nicht auf. Vater und Sohn waren sich jedoch bei alledem einig, dass sie sich nicht zu lange mit Gedanken an den „Worst Case“ aufhalten wollten. Vielmehr überwog bei beiden von Beginn an die Vorfreude. Und auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Wir wussten, dass wir uns schon irgendwie würden behelfen können, wenn etwas nicht so laufen würde wie geplant“, sind sie sich einig.

Der Co-Pilot

Dass Vater Ott während der gesamten Tour am Steuer sitzen würde, war klar. Schließlich hatte Max noch keinen Führerschein. Darum waren auch seine Aufgaben von vorneherein konkret definiert: Max würde die Karten lesen, da Navi und GPS bei der Rallye nicht erlaubt sind. Außerdem fotografieren und für die Unterhaltung des Fahrers sorgen. Obwohl – ganz so leicht gestaltete sich diese Aufgabe jedoch am Ende nicht, denn „aufgrund der Lautstärke des Motors genau zwischen dem Fahrer- und Beifahrersitz konnten wir uns nur schreiend unterhalten“.

Die Tour

Markus und Max Ott legten auf ihrer Tour in 16 Tagen 8.500 Kilometer zurück – und das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 72 km/h. Sie durchquerten dabei 10 Länder und fuhren in der Spitzenzeit 36 Stunden am Stück in ihrem Mercedes-Benz durch Skandinavien – nur einmal von 3 Stunden Schlaf unterbrochen. Was die beiden während ihrer Reise besonders beeindruckte? Die Sonnenwende, in der sie sich bei taghellem Licht an einem Strand des Nordmeers in den Norwegischen Lofoten aufhielten. „Unter der Mitternachtssonne verliert man jegliches Zeitgefühl, man schläft, wenn man müde ist und macht sich etwas zu essen, wenn man Hunger hat. Es klingt unglaublich, aber für uns verlor die Uhrzeit zu diesem Zeitpunkt völlig an Bedeutung“, zeigt sich Markus Ott noch heute beeindruckt. Und Max ergänzt: „Es war alles genau so wie ich es mir immer erträumt habe – das Einzige, was fehlte, waren ein Elch und dauerhaftes Wi-Fi.“

Und Max, was nimmst Du nun aus dieser Zeit mit?

„Die Geduld, den Humor und Nerven aus Stahl. Außerdem würde ich nach dieser Erfahrung auch sofort ans Südkap fahren.“


Und was sagt Papa Markus?

„Ich gehe seit unserer Rückkehr in unsere hektische Welt manche Dinge gelassener an. Und ich würde nach dem Norden nun auch jederzeit das Kap der guten Hoffnung in Afrika in Angriff nehmen. Doch zuvor haben wir den südlichsten Punkt Europas sowie Irland und die Britischen Inseln zu unseren „feuerwehrmobilen“ Zielen erklärt.“

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