VW Reisemobil

Mit dem VW Reisemobil quer durch Russland

Ein Traum von Hans-Georg Rausch ging in Erfüllung

Wie kommt ein 71-Jähriger auf die Idee, sich mit seinem VW T5 California Beach auf den Weg nach Russland zu machen? Ganze drei Monate unterwegs zu sein, 40.000 Kilometer zurückzulegen und dabei 2.800 Liter Diesel zu verbrauchen? Es sich in seiner Rentenzeit nicht einfach gemütlich zu machen, sondern völlig allein und auf sich gestellt auf eine riskante Abenteuerreise zu gehen? Womöglich dadurch, wie es so oft im Leben ist: durch einen Traum.

Was vorher geschah

Kunzmann Kunde Hans-Georg Rausch hat es geschafft. Er hat sich als Rentner einen Lebenstraum erfüllt. Unternehmungslustig war der ehemalige Druckereileiter schon immer, doch dass seine Familie noch einmal miterleben muss, wie er sich dem Wagnis seines Lebens stellt, hätte wohl trotzdem keiner gedacht. Und doch hat er es getan. Angst hatte er keine. Höchstens etwas Sorge, dass sein T5 das alles durchhält. Aber nachdem er sein Reisemobil in die Nilkheimer Kunzmann Werkstatt zum Check gegeben hatte, war auch diese Sorge verschwunden. Wie er sich sonst noch vorbereitet hat, wollen wir wissen. „Ich habe viele Monate vorher russisch lesen gelernt, Karten mit den wichtigsten Floskeln vorbereitet und jede Menge Gastgeschenke eingepackt. Dazu gehörten Schlüsselanhänger und Spielzeugautos genauso wie Schokolade, Eierlikör oder Zigarren. Ich dachte mir, dass dort doch auch nur Menschen wie Du und Ich leben, auch wenn man mich vor Straßenbanden und korrupter Polizei gewarnt hat. Na ja, darum habe ich auch noch 500 Euro an Notgroschen für die Polizei beiseitegelegt.“

Was irgendwann geschah

Aber wie und wann ist dieser Lebenstraum eigentlich entstanden? Ganz einfach. Hans-Georg Rausch hat vor 50 Jahren den Film „Soweit die Füße tragen“ gesehen. Darin legt ein deutscher Kriegsgefangener 1945 auf seiner Flucht vor der Zwangsarbeit in Sibirien 14.000 Kilometer zu Fuß zurück und kehrt nach beinahe übermenschlichen Anstrengungen tatsächlich zu seiner Familie heim. Der Film und die Landschaftsaufnahmen weckten in Hans-Georg den Wunsch, selbst einmal nach Russland zu reisen und am Baikalsee den Fisch „Omul“ zu essen, den es sonst nirgends gibt.

Was währenddessen geschah

So setzte sich Hans-Georg im April 2018 in sein Reisemobil und startete den Motor. Vor ihm lag eine Tour, die ihn über Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien Herzegowina, Montenegro, Albanien, Mazedonien, Griechenland, die Türkei, Georgien, Baku Azerbaijan, das Kaspische Meer und Kasachstan nach Russland lenkte, dort über den Baikalsee, Wladiwostok, Ulan Ude, die Mongolei, die Wüste Gobi, das Altai-Gebirge, Wolgograd, Moskau, Vladivaskau, Murmansk bis nach St. Petersburg führte und ihn schließlich über Estland, Lettland, Litauen und Polen zurück nach Deutschland brachte. Die Strecke hatte er bereits zuhause abgesteckt, das änderte aber nichts an der Tatsache, dass er vor Ort den einen oder anderen Umweg einbauen musste. Und weil das Navi teilweise gar nicht alle Straßen kannte, orientierte sich Hans-Georg in alter Manier nach dem Kompass – immer in Richtung Osten.

Was zwischendurch geschah

Was macht man eigentlich drei Monate lang auf so einer Reise, wie sieht der Tagesablauf aus? Darauf hat Hans-Georg eine ganz konkrete Antwort. „Ich bin jeden Morgen zwischen 4 und 5 Uhr aufgestanden, dann ein Stück gefahren. Gegen 9 Uhr habe ich gefrühstückt, danach bin ich bis zum Mittagessen um 15 Uhr weitergefahren. Meist habe ich mir in meiner kleinen Küchenzeile etwas selbst gekocht und mich später zu einem Mittagsschläfchen hingelegt. Hin und wieder habe ich dann durchgeschlafen bis zum nächsten Tag, aber oft bin ich auch noch ein Stück weitergefahren. Was ich aber definitiv jeden Tag gemacht habe, war eine Stunde lang zu singen. Gegen die Einsamkeit.“
Eine Einsamkeit, die in einem so großen, weiten Land schon mal aufkommen kann – auch wenn, wie im Fall von Hans-Georg Rausch, an allen Orten aufgeschlossene, unaufgefordert hilfsbereite und herzliche Menschen warten.

Was danach geschah

Im Juli kehrte Hans-Georg wohlbehalten zu seinen Lieben zurück. Hinter sich eine Reise, die ihn für den Rest seines Lebens begleiten wird. Neben unzähligen Landschaftseindrücken prägen auch viele Kirchen und Klöster sowie Kriegsgräber seine Erinnerung. Ganze drei Wochen brauchte der Weltenbummler, um sich wieder in seiner Heimat zurechtzufinden und in seinem alten Leben anzukommen. Zu stark waren die Eindrücke, zu groß das Erlebte, zu intensiv die lange Zeit. Was er auch zuhause gut brauchen kann, ist die neu gewonnene Fähigkeit des Entschleunigens und Entspannens. Darum will er auch wieder hin, zum Baikalsee. Aber dann im Winter und mit dem Flugzeug. Man wird ja schließlich nicht jünger, sagt er.

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