Welche Änderungen kommen 2015 auf Autofahrer zu? (Teil 3)

| Gesetzliche Regelungen

Nach Online-Fahrzeugabmeldung und den Sonderrechten für Elektroautos widmen wir uns im letzten Teil unserer Blogreihe den Themen Kurzzeitkennzeichen, neue Typenklassen und strengere Abgasnormen.

Kurzzeitkennzeichen – Nachteile für Old- und Youngtimer

Ab dem 1. April 2015 ist das neue Gesetz zur Vergabe von Kurzzeitkennzeichen gültig. Die vorgesehenen Gesetzesänderungen dürften vor allem Liebhaber von Old- und Youngtimern sowie Gebrauchtwagenhändlern und „Hobbyschrauber“ ziemlich verärgern. Ohne gültige TÜV-Plakette wird das Fünf-Tage-Nummernschild für Probe- und Überführungsfahrten nicht mehr vergeben. Die einzige Ausnahme: das Fahrzeug ist verkehrstauglich/–sicher und die Fahrt geht direkt in die nächstgelegene Werkstatt oder zur TÜV-Untersuchungsstelle. Hier sollte man allerdings eine weitere Vorgabe beachten, denn die Werkstatt muss im Zulassungsbezirk des Kennzeichenkürzels liegen.

Das Bundesverkehrsministerium schiebt mit dieser verschärften Richtlinie „schwarzen Schafen“ einen Riegel vor. Der Missbrauch mit Kurzzeitkennzeichen hatte wohl in der Vergangenheit eine neue Dimension erreicht. Nicht nur der Weiterverkauf von Nummernschildern war hier anscheinend ein ausschlaggebender Punkt. Auch „schrottreife“ Fahrzeuge ohne erkennbaren Halter sind auf den Straßen unterwegs gewesen.

Auf Unmut stößt diese Regelung mit Sicherheit bei Old- und Youngtimerfans. Die edlen,  wertvollen Schätze dürfen ohne gültige HU-Plakette nicht mehr zum Restaurator gefahren werden. Der Transport muss mit einem Trailer erfolgen und verursacht zusätzliche Kosten. 

Gebrauchtwagenhändler sind ebenfalls betroffen, denn Probefahrten mit Fahrzeugen, deren TÜV abgelaufen ist, sind strikt verboten.

Eine Erleichterung gibt es aber doch für den Autokauf. Bisher musste man das Kurzzeitnummernschild bei der Zulassungsstelle des Wohnorts beantragen. Ab April kann das Kennzeichen auch von der Behörde am Standort des Fahrzeugs ausgestellt werden.

 

Beispiel:
Herr Mustermann aus München kauft vor Ort bei Kunzmann in Dietzenbach eine gebrauchte C-Klasse von Mercedes-Benz. Um seinen „Jungen Stern“ nun mit in die bayerische Landeshauptstadt nehmen zu können, müsste er eigentlich zurück nach München, da er bisher nur dort das Nummernschild für die Überführung erhält. Ab dem 01.04.2015 kann Herr Mustermann das Kurzzeitkennzeichen auch in der hessischen Behörde beantragen und spart dadurch Zeit und Kosten.

Abgasnormen – strengere Vorgaben

Alle Neuwagen mit Benzin- und Dieselmotoren müssen ab dem 1. September 2015 die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Die Euro-Norm legt den Grenzwert für Kraftfahrzeug-Abgase fest und teilt Fahrzeuge in Schadstoffklassen ein. Die Werte beziehen sich auf  Kohlenstoffmonoxid, Stickstoffoxide, Kohlenwasserstoffe und Partikel.

Fahrzeuge mit einem Dieselantrieb dürfen ab September nur noch 80 Milligramm Stickoxide ausstoßen. Beim Benziner wird der Grenzwert auf 60 Milligramm gesenkt. Die Angaben gelten pro Kilometer. Damit soll der Ausstoß schädlicher Stickoxide, welche die Reizung der Atemwegs-Schleimhäute und die Schwächung des Immunsystems auslösen können, gesenkt werden.

Autoversicherung – neue Typenklassen

Seit dem Jahreswechsel gelten neue Regional- und Typenklassen. In Folge dessen änderte sich gemäß dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für ca. 26 Prozent der zugelassenen Kraftfahrzeuge die Typklasse. Ein Teil wurde hochgestuft und muss leider tiefer in den Geldbeutel greifen. Rund die Hälfte der angemeldeten Fahrzeuge mit Vollkaskoversicherung kann sich entspannt zurücklehnen, da laut GDV alles bleibt wie bisher.

 

Das Autohaus Kunzmann wünscht Ihnen auch 2015 allzeit gute und vor allem sichere Fahrt!

 

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