Im Mittelpunkt steht dabei vor allem eines: das Gespräch. Zuhören, unterschiedliche Perspektiven verstehen und gemeinsam überlegen, welche Wege zu einer konstruktiven Lösung führen können. Dabei kann es um Themen in der Zusammenarbeit im Team gehen, um Fragen im eigenen Arbeitsbereich oder um Situationen, in denen eine unabhängige Sichtweise hilfreich ist.
Alle Gespräche werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Die Vertrauensperson schafft damit einen geschützten Raum, in dem Anliegen offen angesprochen werden können – mit dem Ziel, Missverständnisse frühzeitig zu klären, Lösungen zu finden und ein respektvolles Miteinander im Unternehmen zu stärken.
Frau Reichert, Sie haben die Rolle der Vertrauensperson im Autohaus Kunzmann übernommen. Was hat Sie persönlich dazu bewegt, diese Aufgabe zu übernehmen?
„Mich hat die Aufgabe sofort angesprochen, weil mir ein respektvolles und offenes Miteinander im Arbeitsalltag sehr wichtig ist.
Die Rolle ist ja aus den Ergebnissen unserer Mitarbeiterbefragung entstanden. Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich eine zusätzliche Anlaufstelle gewünscht, an die man sich wenden kann, wenn man ein Anliegen hat und vielleicht nicht genau weiß, wie man damit umgehen soll. Das fand ich einen wirklich guten Impuls.
Klar, am besten ist es immer, wenn man Dinge direkt im Team oder mit der Führungskraft klären kann – und ich glaube, das klappt ja auch oft gut. Aber es gibt eben Situationen, in denen das nicht so einfach ist. Und genau dafür soll dieses Angebot da sein.
Mir ist dabei besonders wichtig, die Kommunikation im Unternehmen zu unterstützen und einen vertraulichen Rahmen zu bieten, in dem man solche Themen einfach mal ansprechen kann.“
Vertrauen ist ein großes Wort – gerade im Arbeitsumfeld. Was bedeutet Vertrauen für Sie in der täglichen Zusammenarbeit?
„Für mich bedeutet Vertrauen vor allem, eine Atmosphäre zu schaffen, in der man ehrlich sagen kann, was einen beschäftigt – ohne Angst haben zu müssen, bewertet zu werden oder negative Konsequenzen zu befürchten.
Dazu gehören für mich vor allem Zuhören, Verständnis und absolute Vertraulichkeit. Menschen sollen das Gefühl haben, dass ihr Anliegen ernst genommen wird und sie sich im Gespräch sicher fühlen können. Ich glaube, genau daraus entsteht Vertrauen.“
Der erste Kontakt kann ganz unkompliziert per Telefon, E-Mail oder auch per WhatsApp erfolgen. Dann vereinbaren wir einen Termin und einen Ort, an dem wir ungestört sprechen können.
Im Gespräch geht es erst einmal darum zuzuhören und die Situation zu verstehen: Was ist das Anliegen? Was wünscht sich die Person? Welches Ziel hat sie vielleicht für sich selbst?
Dann schauen wir gemeinsam, wie man weiter vorgehen könnte. Manchmal hilft schon das Gespräch selbst, um Gedanken zu sortieren. Manchmal entstehen daraus auch erste Ideen, welche nächsten Schritte hilfreich sein könnten oder wer eventuell noch unterstützen kann. Wichtig ist dabei immer: Die betroffene Person entscheidet am Ende selbst, wie es weitergeht.“
Viele Menschen zögern, Konflikte anzusprechen. Wie schaffen Sie eine Atmosphäre, in der sich Mitarbeitende öffnen können?
„Ich glaube, der wichtigste Punkt ist echtes Zuhören. Viele Menschen möchten erst einmal einfach erzählen können, was sie beschäftigt.
Mir ist wichtig, dass Gespräche in einer ruhigen und respektvollen Atmosphäre stattfinden und dass jeder merkt: Sein Anliegen wird ernst genommen. Wenn jemand spürt, dass ihm aufmerksam zugehört wird und seine Perspektive zählt, fällt es meist leichter, sich zu öffnen Deshalb versuche ich, jedem Gespräch ohne Vorurteile und mit der nötigen Ruhe zu begegnen.“
Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, dass es eine Vertrauensperson im Unternehmen gibt?
„In einem Unternehmen arbeiten viele Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Erwartungen eng zusammen – da ist es ganz normal, dass auch einmal Fragen, Unsicherheiten oder Konflikte entstehen.
Eine Vertrauensperson kann hier eine zusätzliche Anlaufstelle sein. Jemand, bei dem man ein Thema zunächst einmal vertraulich besprechen kann, bevor man entscheidet, wie man weiter vorgehen möchte. Das hilft oft, Dinge frühzeitig anzusprechen und das Miteinander langfristig zu stärken. Und manchmal ist schon ein erstes Gespräch hilfreich, um wieder etwas Klarheit in eine Situation zu bringen.“
Wenn Sie in ein paar Jahren auf diese Rolle schauen: Woran würden Sie merken, dass Ihre Arbeit wirklich etwas bewirkt hat?
„Für mich wäre ein gutes Zeichen, wenn Kolleginnen und Kollegen wissen, dass es diese Möglichkeit gibt – und sich auch trauen, sie zu nutzen, wenn sie Unterstützung brauchen.
Noch wichtiger wäre mir aber, dass insgesamt eine Kultur entsteht oder weiter wächst, in der Menschen offen miteinander sprechen können und sich gegenseitig mit Respekt begegnen. Wenn ich dazu einen kleinen Beitrag leisten kann, wäre das für mich schon ein großer Erfolg.
Am schönsten wäre für mich, wenn Menschen merken: Ich kann Dinge ansprechen – und ich werde gehört. Genau dafür ist diese Rolle da.“